Didaktik der deutschen Sprache und Literatur
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Evaluative Wirkungsforschung personaler Sprechstile in dialogischen Lehr-Lern-Kontexten

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Prof. Dr. Sabine Anselm & PD Dr. Anke Werani

Beschreibung

Mit dem Forschungsprojekt sollen zentrale Grundlagen für eine Verbesserung der Lehrqualität durch die Optimierung des personalen Sprechstils erforscht werden. Insbesondere darin liegt der Innovationsgehalt. Denn bisher werden diese Wechselwirkungen beispielsweise in der Lehrerbildung eigentlich nicht reflektiert.

Ziel ist also die Evaluierung der personalen Sprecherwirkung in dialogischen Lehr-Lernkontexten. Denn bei gelingenden kommunikativen Prozessen ist eine Wechselwirkung von inhaltlichen Aussagen und der Qualität der stimmlich-sprachlichen Vermittlung relevant. Damit werden zentrale Grundlagen für eine Verbesserung der Lehrqualität durch die Optimierung des personalen Sprechstils erforscht. Mit dem Aufgreifen dieser Thematik aus der Sprechwirkungsforschung schließt das Projekt eine zentrale Forschungslücke. Zudem ist das interdisziplinäre Herangehen innovativ, indem ein psycholinguistisch-dialogischer Sprachbegriff mit deutschdidaktischer Expertise verbunden wird. Eine langfristige Perspektive besteht darin, die zunächst im Kontext der Lehrerbildung gewonnenen Ergebnisse für vielfältige kommunikative Vermittlungsprozesse nutzbar zu machen.

Die Evaluierung der Wirkung personaler Sprechstile erfolgt auf Basis der Analyse eines umfassenden Korpus’ spezifischer Lehr-Lernkontexte. Leitende Forschungsfrage ist hierbei, Merkmale und Komponenten personaler Sprechstile in Vermittlungsprozessen zu kategorisieren und hinsichtlich ihrer Effizienz zu bewerten. Es sind drei Projektphasen vorgesehen:

  1. Die Etablierung und Systematisierung eines Korpus, welche sich nach den gängigen Kriterien der Korpustypologie richtet und neben Videoaufzeichnungen Interviews, Autokonfrontationsdaten sowie Selbst- und Fremdeinschätzungen enthält.
  2. Die Annotation und Analyse des Korpus, die sich insbesondere damit auseinandersetzt, kommunikative Vielfalt zu erfassen.
  3. Die Auswertung, Evaluierung und Rückbindung der Ergebnisse an die theoretische Modellierung, die einen Transfer auf vielfältige kommunikative Vermittlungssituationen ermöglichen soll.

Die erarbeiteten Techniken zur Beschreibung von personalen Sprechstilen sowie zur Beurteilung und Bewertung von personalen Sprechstilen finden im Rahmen des Kooperationsnetzwerks Anwendung in Form von Workshops/Schulungen. Die aus der Forschung gewonnenen Ergebnisse können zudem einen Beitrag zur gelingenden Professionalisierung sowie zur Weiterbildung von Lehrenden (insbesondere in der Berufseingangsphase) leisten: Lehrende werden im Sinne gelingender Kommunikation unterstützt, einen ihnen individuell adäquaten personalen Sprechstil auszubilden, um so die Qualität der Lehrsituation zu verbessern und die Leistungen der Lernenden zu steigern, wobei insbesondere auch Fragen der Genderspezifik zu reflektieren sind.


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