Didaktik der deutschen Sprache und Literatur
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Projektinformation

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Im gegenwärtigen Kommunikationszeitalter ist der situationsangemessene Umgang mit Sprache wichtiger denn je. Das bayerische Gymnasium stellt bereits in der Unterstufe diesbezüglich hohe Anforderungen an die Schülerinnen und Schüler. Studien belegen, dass Lernende aus bildungsfernem Migrationshintergrund schlechtere Chancen haben, hier zu reüssieren. Deshalb wird mit diesem Projekt die Möglichkeit aufgezeigt, durch die Lernform Live-Rollenspiel sprachliche Förderung anzubieten, die durch stete Interaktion und kollaborative Spielprozesse auch Schlüsselfähigkeiten wie Sozialkompetenz und kulturelle Bildung schult. Da diese Lernform sich individuell an das Tempo des Einzelnen anpasst, eignet sie sich für den Einsatz in heterogenen Klassen besonders gut.

Was ist LARP?

LARP ist ein Rollenspiel ohne Textvorlage und wird sowohl als Spiel-, Lern- und Kunstform beschrieben. In einem interaktiven Spiel übernehmen die Teilnehmenden eine Rolle und gestalten physisch und verbal diesen Charakter in einem fiktiven Setting. Es gibt kein unbeteiligtes Publikum, denn alle Anwesenden spielen gleichzeitig im Voraus bestimmte Charaktere. Die Interaktion zwischen den Spielerinnen und Spieler und der gesprochene Text werden improvisiert. Je nach Design des Live-Rollenspiels greift die Spielleitung ein und evoziert bestimmte Wendungen des Spielverlaufs, oder aber sie überlässt das Entstehen des Plots gänzlich den Spielerinnen und Spielern. olymp 3

(c) SWM

Projektbeschreibung

Die dramapädagogische Lernform LARP ist in skandinavischen Ländern bereits etabliert und zeichnet sich durch ihren individualisierenden, demokratischen und spielerischen Charakter aus. Damit schult es nachweislich nicht nur die Sozialkompetenz der Schülerinnen und Schüler, sondern fördert aus fachdidaktischer Sicht Handlungsfähigkeit, fluency und situationsangemessenes Sprechen. Zudem wird durch eine positive Auffassung des mehrsprachigen Hintergrundes die Sprachbewusstheit erhöht und der korrekte Umgang mit Wortwahl und Grammatik gefördert.

Zur Realisierung dieser Ziele wurde ein Projektteam unter der Leitung von Katrin Geneuss (wiss. Mitarbeiterin LMU, Fachdidaktik Deutsch) zusammengestellt, welches Schülerinnen und Schüler des Lion-Feuchtwanger-Gymnasiums München durch Improvisations-Theater, Storytelling-Workshops und Immersions-Übungen über ein Schuljahr hinweg an Live-Rollenspiel heranführt und sukzessive vertieft.

Ab September 2018 werden auch andere Schulen im Münchener Raum von diesem Projekt erfasst. Bei Interesse melden Sie sich bitte bei Katrin Geneuss.

Projektziel

Ziel des Projekts ist die Förderung der sprachlichen Fähigkeiten und der Sozialkompetenz der Schülerinnen und Schüler Klasse des Lion-Feuchtwanger-Gymnasiums in München. Die im bayerischen Lehrplan und im LehrplanPlus  vorgesehenen Schwerpunkte Sprechen, Grammatik und soziale Kompetenz werden mittels Live-Rollenspiel geschult. Thematisch werden die kollektiven Improvisationen an Kinderrechte, griechische Mythologie, Lyrik und Mittelalter gebunden.

Ergebnisse und Produkte 

Das vorrangige ErSTAR-Logogebnis dieses Projekts ist die verbesserte Sprachkompetenz der Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund und Förderbedarf sowie ein reflektiertes, von gegenseitigem Respekt geprägtes Miteinander.

Produkte sind vier mehrstündige, eigens für diese Gruppe konzipierte Live-Rollenspiele zu den Themen Kinderrechte, Mittelalter, Lyrik und griechische Mythologie. Die Schülerinnen und Schüler improvisieren Dialoge und die non-verbale Interaktion der Charaktere. Das Projektteam passt die Rahmenhandlung und die Inhalte an den bayerischen Lehrplan und die KMK-Bildungsstandards an. So können die Rollenspiele auch in zukünftigen sechsten Klassen gespielt werden, womit das Projekt nachhaltig zu einem abwechslungsreichen, effizienten und individualisierenden Unterricht an Gymnasien beitragen kann.

Im Rahmen dieses Projekts wurde die Methode STAR entwickelt. Mehr Informationen darüber finden Sie auf der STAR-Homepage.

Das Projekt wird wissenschaftlich begleitet und trägt mit Daten, die im Rahmen akademischer Qualifikationsarbeiten erhoben werden, zur Grundlagenforschung über LARP als Lernform bei.

Zielgruppe

Das Lion-Feuchtwanger-Gymnasium in München ist ein städtisches Gymnasium, in welchem circa 70% der Schülerinnen und Schüler Migrationshintergrund aufweisen. Im Sinne der Chancengleichheit gestaltet die Schule aktiv das Konzept der Offenen Ganztagsschule.

Falls Ihre Schule das Profil „in München und mit benachteiligten Schülerinnen und Schülern“ aufweist und wenn Sie Interesse an diesem Projekt haben, können Sie sich sehr gerne bei Katrin Geneuss melden.

Projektförderung und Kooperationswm-bildungsstiftung-logo

Das Projekt wird durch die SWM-Bildungsstiftung gefördert. Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit sind auch ein Film über dieses Projekt sowie ein Pressebericht entstanden.

Sie können ebenfalls mehr über dieses Projekt und das letzte Spiel im Lion-Feuchtwanger-Gymnasium hier bei der Süddeutschen Zeitung und im MünchnerUni Magazin lesen.

Kooperationspartner ist die Schwedische Firma Lajvverkstaden.

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